Mädesüß – das pflanzliche Aspirin

Mädesüß – das pflanzliche Aspirin

Mädesüß – das pflanzliche Aspirin

An unseren kleinen Bachufern am Rindlberg blüht das Mädesüß und verströmt seinen einzigartigen Duft. Diese Pflanze mit den auffälligen bauschigen Blüten ist lange Zeit, bevor es entzündungshemmende Schmerzmittel gab, bei Grippe, Kopfschmerzen und anderen Schmerzzuständen verwendet worden. Als alte Druiden- und Heilpflanze galt das Mädesüß mit seinen Salizylverbindungen lange Zeit als gut verträgliches, pflanzliches Schmerzmittel und wir verdanken ihr auch die Erfindung des Aspirins – denn im 19. Jahrhundert konnte man den Wirkstoff identifizieren und ihn synthetisch herstellen. Den Namen verdankt die Pflanze ihrer Eigenschaft als Süßungs- und Geschmacksmittel, wurden doch mit den Blüten der Met gewürzt.

Mädesüß – Aussehen und Wirkung

Diese Pflanze lässt sich recht einfach identifizieren – man findet Mädesüß an Bachufern und feuchten Wiesen, es blüht im Juli und August mit auffälligen bauschigen Blütendolden und dabei duftet alles nach der alten Heilpflanze. Den Duft könnte man beinahe als medizinisch bezeichnen – ich finde es riecht leicht nach Pflaster oder Leukoplast. Viele beschreiben den Duft auch als marzipanartig oder nach Mandeln duftend. Der Geruch ist sehr beruhigend und aus diesem Grund wurde Mädesüß früher auch am Boden der gefegten Stube verteilt, um den heilenden Duft im Haus zu verteilen.

Aufgrund der darin enthaltenen Salicylate wirkt ein Tee oder eine Tinktur aus Mädesüß gegen grippale Infekte, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, rheumatische Beschwerden oder Fieber. Der starke Duft kann bei Überdosierung aber auch Kopfschmerzen verursachen! Die entzündungshemmende und harntreibende Wirkung kann besonders mit einem Tee erreicht werden – als Erkältungstee kann man Mädesüß mit Holunderblüten, Thymian (bzw. Quendel) und Lindenblüten mischen. Mit Honig und Ingwer als Wirkungsverstärker verfeinert hilft dieser Erkältungstrunk schnell wieder auf die Beine zu kommen.

DIY – Rezepte mit Mädesüß

Ich habe dieses Jahr neben dem getrockneten Kraut als Tee Mädesüß auch in einer Tinktur und als Sirup verarbeitet. Die Tinktur hilft besonders gut gegen Kopfschmerzen und kann tropfenweise im lauwarmen Wasser eingenommen werden. Der Sirup schmeckt erfrischend und gut, kann aber auch medizinisch benutzt werden – mit warmem Wasser aufgegossen hilft er natürlich ebenfalls bei Erkältungskrankheiten und Kopfschmerzen!

Für die Tinktur benötigt ihr eine Handvoll frische Mädesüß Dolden und Blätter, Ansatzkorn und ein Marmeladeglas:

  • Die Dolden und Blätter ausschütteln damit keine kleinen Tierchen verarbeitet werden.
  • Danach das Kraut in das mit kochendem Wasser sterilisierte Marmeladeglas geben und so weit mit Ansatzkorn aufgießen, dass das Kraut gut bedeckt ist.
  • Etwa drei bis vier Wochen stehen lassen bis die Farbe verblichen ist und danach mit einem feinen Sieb abseihen.
  • In eine dunkle Flasche einfüllen, beschriften und fertig!
  • Die Tinktur hält locker ein Jahr und kann bei Bedarf eingenommen werden.

Den Sirup habe ich mit frischen Apfelminzeblättern verfeinert, damit der Geschmack abgerundet ist. Du benötigst ein großes Glas mit Deckel, drei Handvoll Mädesüß-Dolden, genauso viel Minzblätter, ein Kilo Gelierzucker, eineinhalb Liter Wasser und eine Zitrone.

  • Die Dolden wie auch die Minzblätter gut ausschütteln und in das sterilisierte Glas geben.
  • Die Zitrone heiß abwaschen, in Scheiben schneiden und ebenfalls ins Glas geben.
  • Danach den Zucker über das Ganze gießen und mit dem Wasser auffüllen.
  • Den angesetzten Sirup drei Tage lang warm, am besten in der Sonne, stehen lassen.
  • Danach den Sirup über ein Baumwolltuch oder ein feines Sieb absieben und in sterilisierte Flaschen füllen.
  • Mit Wasser verdünnt schmeckt der Sirup herrlich erfrischend und süß!
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